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#rp13

NAJA, DURCHWACHSEN

Dieses Jahr waren Miz Kitty und ich nur relativ kurz auf der re:publica. Es gibt schließlich andere Termine in der Welt, weswegen der Montag für uns ausfiel. Dienstag und Mittwoch war es dann von den Panels »so naja«. Irgendwie wiederholen sich für mich die Inhalte und vieles ist dann eben doch »Jugend forscht«. Also habe ich eher Stimmungen eingefangen, aber nichts neues gelernt. Inspiration und Ideen habe ich im Moment sowieso galore. Dafür brauche ich nicht einmal das Leipziger-Lichterketten-Feeling der Abschlussveranstaltung.

Das Schöne an der rp13 war auf jeden Fall, einige Leute face-to-face zu treffen, die ich schon viel gelesen habe, aber noch nie gesprochen hatte. Dafür ist die re:publica ja immer ganz gut. Einige ganz neue Kontakte haben sich auch ergeben. Gestern war natürlich das Ironblogger-Panel ein Highlight, gehöre ich seit einem halben Jahr ja auch zum Berliner Chapter dieser Bewegung.

Am Stand von pixoona.com gab es dann noch diese schöne Fotocard von Miz Kitty und mir. Sehr treffend, sind wir ein schönes Ehepaar…

Digitaler Barock

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KOHLENLAGERPLATZ – GENTRIFIZIERT – THE HOUSE

Gestern kam ich durch die Anklamer Straße und vor dem Eckhaus zur Fehrbelliner (dort, wo früher ein Sonnenstudio im Erdgeschoß war und heute die Ergotherapie-Praxis ist) stand ein schwarz-weißer Kubus am Straßenrand. Ein Würfel, der in etwa zwei bis drei Parkplätze beansprucht, so in der Form eines aufgehübschten Baucontainers. Kunst, oder Event, dachte ich zuerst. Das wäre hier nicht ungewöhnlich. Bei näherem Hinsehen sah ich dann, dass »Natulis« dran stand. Aha, hier wird gebaut, war mein erster Gedanke. Natulis ist nämlich ein Bauträger und hat vor kurzem die Veteranenstraße 20 gebaut, direkt neben dem Acud-Kino. Damals stand so ein Container mit permanenter Maklerbesatzung dort an der Veteranenstraße.

Diese – zweifellos nicht unschicke – Maklerbude soll hier das Projekt »The House« promoten und vermarkten. Gegenüber war bis vor kurzer Zeit der Kohlenhändler Peter Hantke. Auf einem kleinen, fast dreieckigen Grundstück, begrenzt durch drei Brandmauern und die Straßenfront. Über Relikte und Anachronismen wird ja immer gerne geschrieben, so auch über den Kohlenhandel. Lesen sie dazu im Archiv der Prenzlauerberg Nachrichten, der Berliner Zeitung, bei Kirsten Küppers, im Freitag oder bei Qype. Jetzt ist er weg, der Kohlenhandel. Der Bürgersteig ist sauber. Und da man in Mitte ja jede noch so kleine, irgendwie bebaubare Lücke ausnutzt, um sie mit komfortablen und hochpreisigen Eigentumswohnungen zu bebauen, entsteht hier das Projekt mit dem einfallsreichen Namen »The House« – Gentrifizierung eben. Ok, der unaufgeräumte Kohlenplatz passte nicht mehr in diese inzwischen ansehnlich fein gewordene Straße. Eine andere sinnvolle Nutzung für ein Grundstück mit drei Brandmauern? Gibt es nicht wirklich. Also doch bebauen, meinetwegen auch mit »The House«.

Interessant finde ich bei diesen Bauprojekten, die nun mal nicht eine erste Lage haben, sondern auf Lückengrundstücken erfolgen, immer diese ausgesprochen blumigen Beschreibungen und Ideen der Aufwertung.

Fliegerbombenlücke, nicht besonders groß, in den letzten 20 Jahren Kohlenplatz, bis zum 2. Obergeschoss dreiseitig mit Brandmauern umschlossen. Was soll man tun, damit das hochpreisig verkaufbar wird? Bei »The House« hat man einen Künstler beauftragt, macht das Projekt zum Kunstwerk. Digitaler Barock heißt das dann. Näheres können Sie auf der Projektseite beim Vermarkter lesen.

Ob ich nun in diesem Kunstwerk leben möchte? Ok, im 4., 5., 6.OG sicher, da verspricht Licht und Sonne hin zu kommen. Mit Sicherheit möchte ich jedoch nicht das Kind in der Schaukel aus der Promo-3D-Animation sein, im Mini-Lichtschacht-Hof, von Mauern umgeben. Da hilft auch künstlerische Wandgestaltung nicht.

Schauen wir mal, wie das so anläuft in der Anklamer Straße. Das Quartier hier wird sicher wieder etwas aufgewertet, und wahrscheinlich finden sich auch Käufer für Wohnungen im Erdgeschoss oder im 1.OG die, trotz raumhoher Fenster immer noch relativ dunkel bleiben. Klar, das kann man sich hell reden. Vermarktet wird das Projekt von Ziegert, sicher eine der angenehmeren Maklerfirmen der Hauptstadt, werden Sie dort wohl nicht auf Mitarbeiter mit schmieriger Makler-Attitüde in knittrigen H&M-Anzügen mit Schuppen auf dem Kragen treffen. Und in gewissen Preisklassen spielt der Preis doch eigentlich keine Rolle. Man erwirbt schließlich Kunst…

sechzehnter vierter

ZWEITAUSENDELF

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Genau eine Woche ist jetzt vergangen, dass sich mein Familienstand offiziell geändert hat und die Flughafendurchleuchtungsanlage einen Ehering am Finger meldet. Der letzte Dienstag war ein sehr schöner Tag, die Bilder haben Sie im Kittyblog gesehen. Gefreut habe ich mich über die zahlreichen Glückwünsche. Echte Followerpower eben. Danke dafür.

Vorgestern hatte ich nun angekündigt, etwas zum Datum zu schreiben. Sechzehnter Vierter, 16.04. Nun, das ist kein Zufall. Aufmerksame Leser und Follower von Miz Kitty und mir haben es mitbekommen, dass wir uns ja zum ersten Mal im Keller eines Supermarktes, im Kaisers am Kotti, begegnet sind. Das war am 10. März 2011, das darf ich Ihnen gerne verraten, das wissen Sie nämlich schon. Miz Kitty schrieb darüber, lesen sie dort. Wir hatten nämlich ein Jahr später, am 10. März 2012, zum Flashmob anlässlich des Einjährigen aufgerufen. Gleicher Ort, bei Kaisers im Keller, danach gleiche Bar in der Dresdner Straße, nur eben ein Jahr danach und mit Duo-Infernale-Einlage zu später Stunde. Vorsichtshalber haben wir den Flashmob dann dieses Jahr ausfallen lassen…

Am 10. März haben wir uns also zum ersten Mal gesehen. Wenn man sich dann so kennenlernt und sich etwas anbahnt, gibt es natürlich weitere Meilensteine. Der 16. April 2011 wurde zum sehr wichtigen Datum für uns. Ich kann das so genau rekonstruieren, weil am Abend des 16. eine Party zum Abschluss der re:publica stattfand, im Haus der Sinne in der Ystader Staße, nicht weit entfernt von meiner Wohnung am Zionskirchplatz. An diesem Abend waren wir dort und lernten den Herrn Beethoven und den Herrn Ennomane kennen.

… Also zwei Jahre später geheiratet. Ziemlich den ganzen letzten Dienstag über habe ich immer wieder daran gedacht, was ich vor exakt zwei Jahren gemacht habe. Um elf Uhr aufgestanden, die halb leere Wohnung gestyled. Miz Kitty die Wohnung gezeigt, Einkaufen bei Kaisers, diesmal nicht am Kotti, sondern um die Ecke am Teuto(burger Platz). Kochen, Essen mit diesen total heruntergekommenen Ikea-Messern, in denen die Schneide nur so klapperte. Twitter-Party in der Ystader, zurück,… Und jetzt. Hochzeit, Essen im Vau, Hotel de Rome,… Glücklich. Irre, was zwei Jahre ausmachen.

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